FAQs - Häufige Fragen

FAQ - Häufige Fragen

Was ist eine Psychotherapie? 

Eine Psychotherapie ist eine medizinische Heilbehandlung. Ihr Ziel ist es, psychische Beschwerden und Symptome – gegebenenfalls auch körperliche Beschwerden – zu lindern oder im besten Fall zu heilen.

Was ist eine Verhaltenstherapie? 

Die Verhaltenstherapie ist eine von derzeit vier sozialrechtlich anerkannten Psychotherapieverfahren. Dazu zählen außerdem die analytische, die tiefenpsychologisch fundierte sowie die systemische Psychotherapie.

Die Verhaltenstherapie basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen der Lernpsychologie. Sie geht davon aus, dass Verhaltensweisen, Denk- und Gefühlsmuster erlernt werden und damit auch wieder „verlernt“ werden können. Von außen sichtbare Verhaltensweisen, Gedanken und Gefühle beeinflussen sich gegenseitig und wirken sich auf das tägliche Erleben aus.

Eine verhaltenstherapeutische Psychotherapie berücksichtigt die persönliche Lebensgeschichte, konzentriert sich jedoch besonders auf aktuelle Herausforderungen. Dazu gehören beispielsweise der Umgang mit belastenden Gefühlen, schwierigen Situationen, Konflikten mit anderen, der Ausbau/ die Erweiterung von Handlungskompetenzen sowie den Aufbau eines stabilen, grundsätzlich positiven Selbstwerts. 

Wann brauche ich (oder mein Kind) eine Psychotherapie? 

Eine Psychotherapie kann notwendig sein, wenn eine psychische Erkrankung oder Störung vorliegt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Beschwerden auftreten, die hinsichtlich ihrer Art, Häufigkeit oder Intensität deutlich über das hinausgehen, was bei Gleichaltrigen üblich ist.

Dadurch können ein erheblicher Leidensdruck und Einschränkungen im Alltag entstehen. Betroffene können bestimmte Aufgaben oder Aktivitäten dann nicht mehr so bewältigen wie zuvor.

Nicht jede psychische Erkrankung erfordert jedoch eine Psychotherapie. Ob eine Behandlung sinnvoll und notwendig ist, kann von einer Ärztin, einem Arzt oder einer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin bzw. einem Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten beurteilt werden.

Nicht bei jeder psychischen Erkrankung ist eine Psychotherapie sinnvoll und notwendig. Ein/e Arzt/ Ärztin oder ein/e Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/in kann das letztlich beurteilen.  

Was sind Symptome, die in einer Psychotherapie behandelt werden?

Symptome können sich sowohl psychisch als auch körperlich äußern. Sie sind in der Regel belastend, unangenehm und können auf eine Erkrankung hinweisen. Die Ausprägung von Symptomen ist sehr unterschiedlich und kann selbst bei Menschen mit derselben Diagnose variieren.

Manche Reaktionen gehören zunächst zum normalen Erleben. So ist es beispielsweise nach einem Streit oder einer Enttäuschung typisch, traurig zu sein. Wenn die Traurigkeit jedoch über Wochen oder Monate anhält und weitere Beschwerden wie Antriebsmangel, Appetitverlust oder sozialer Rückzug hinzukommen, kann dies auf eine Depression hindeuten. 

Wie können sich Symptome äußern, die psychotherapeutisch beurteilt und ggf. behandelt werden sollten?

  • Grübeln und ausgeprägte negative Gedanken 
  • Sich selbst wertlos zu fühlen 
  • Der Eindruck, allein zu sein oder von anderen nicht gemocht zu werden
  • Konzentrationsstörungen und erhöhte Ablenkbarkeit 
  • Innere Unruhe, Schlafstörungen, Albträume 
  • Ausgeprägte Ängste, die den Alltag deutlich beeinträchtigen 
  • Häufige Panikattacken  
  • Anhaltende Traurigkeit, Antriebslosigkeit und fehlende Freude
  • Häufige und starke Stimmungsschwankungen
  • Selbstverletzendes Verhalten 
  • Gewichtsverlust, geringe Nahrungsaufnahme und eine stetige Angst vor Gewichtszunahme 
  • Essanfälle, die man selbst nicht mehr stoppen kann (und ggf. anschließendes selbst herbeigeführtes Erbrechen) 
  • Schwierigkeiten, die Schule, Ausbildung oder Arbeit zu besuchen, ohne dass eine körperliche Ursache vorliegt
  • Die Wahrnehmung, selbst gar nicht mehr richtig da zu sein und/oder dass die Umgebung oder andere Menschen unwirklich erscheinen
  • Belastende Erinnerungen an traumatische Ereignisse, die sich beispielsweise in Form von Bildern, Gedanken oder Körperempfindungen wiederholt aufdrängen
  • Wiederkehrende Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen, die als belastend oder unsinnig erlebt werden
  • Anhaltende Schmerzen in verschiedenen Regionen des Körpers, Übelkeit, Herzrasen und ähnliche Beschwerden, für die trotz ärztlicher Untersuchungen keine körperliche Ursache gefunden werden kann 

Was muss ich tun, wenn ich für mich (bzw. für mein Kind) einen Termin zur psychotherapeutischen Sprechstunde vereinbaren möchte? 

Für eine psychotherapeutische Behandlung besteht ein sogenanntes Erstzugangsrecht. Das bedeutet, dass Sie keine Überweisung benötigen. Als gesetzlich Versicherte oder Versicherter bringen Sie Ihre elektronische Gesundheitskarte (beziehungsweise die Ihres Kindes) mit.

Wenn Sie einen Termin in unserer Praxis vereinbaren möchten, kontaktieren Sie uns bitte telefonisch oder per E-Mail. Wir prüfen zunächst kurz, ob Sie mit Ihrem Anliegen bei uns richtig sind. Anschließend erhalten Sie die erforderlichen Unterlagen per E-Mail und wir vereinbaren einen Termin für ein Erstgespräch.

Patientinnen und Patienten unter 15 Jahren: Bitte beachten Sie, dass das schriftliche Einverständnis aller personensorgeberechtigten Personen bereits zum Erstgespräch zwingend erforderlich ist. 

Wie ist der Ablauf einer Psychotherapie?

Eine Psychotherapie beginnt mit den sogenannten Probestunden. Dazu gehören die psychotherapeutische Sprechstunde sowie die Probatorik.

Diese ersten Termine dienen insbesondere folgenden Zielen:

  • Der Patient/ Die Patientin kann prüfen, ob er/sie sich in der Therapie wohlfühlt und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich ist.
  • Die Therapeutin oder der Therapeut führt eine ausführliche Diagnostik durch und klärt, welche Beschwerden oder Störungen vorliegen und wie sich diese individuell äußern.
  • Gemeinsam wird ein Verständnis für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Beschwerden entwickelt.
  • Auf dieser Grundlage wird ein individueller Behandlungsplan erstellt, der sich an den persönlichen Zielen und Bedürfnissen des Patienten orientiert.

Wenn eine Psychotherapie angezeigt ist und der Patient/ die Patientin diese beginnen möchte, kann anschließend die entsprechende Behandlung bei der Krankenkasse beantragt werden.

Was passiert bei einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene?

Was im Rahmen einer Psychotherapie passiert, bestimmt die Patientin/ der Patient immer mit! 

Bei Kindern werden die Bezugspersonen aktiv in die Behandlung einbezogen. Im Jugendalter und bei jungen Erwachsenen ist dies ebenfalls möglich, erfolgt jedoch nur mit Zustimmung beziehungsweise auf Wunsch des jungen Menschen.

Je nach Alter, Beschwerden und individuellen Bedürfnissen können verschiedene Methoden zum Einsatz kommen, zum Beispiel:

  • Therapeutische Gespräche
  • Psychoedukation (Informationsvermittlung über die Erkrankung)
  • Malen, Zeichnen oder kreatives Gestalten
  • Spielerische Methoden
  • Rollenspiele
  • Arbeitsblätter und Übungen
  • Verhaltensübungen, beispielsweise zum Umgang mit Ängsten oder belastenden Situationen

Wer trägt die Kosten für eine Psychotherapie? 

Gesetzlich Versicherte

Bei festgestellter Behandlungsnotwendigkeit werden die Kosten für die psychotherapeutische Sprechstunde, die Probestunden sowie die Kurzzeittherapie in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Falls eine längerfristige Behandlung erforderlich ist, kann eine Langzeittherapie beantragt werden. Die Kostenübernahme erfolgt nach entsprechender Bewilligung durch die Krankenkasse.

Privat Versicherte

Die meisten privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für eine Psychotherapie ganz oder teilweise. Die Leistungen unterscheiden sich jedoch je nach individuellem Versicherungsvertrag.

Bitte informieren Sie sich möglichst bereits vor dem ersten Termin darüber, welche Leistungen Ihre Krankenversicherung übernimmt und ob gegebenenfalls ein Eigenanteil zu tragen ist.

Selbstzahler und Selbstzahlerinnen

Darüber hinaus ist es grundsätzlich möglich, die Kosten einer Psychotherapie selbst zu tragen. 

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